Liebe Chris,

kaum zu glauben, dass schon 40 Jahre rum sind. Ich kann es noch gut erinnern, wie die ersten Jahre gewesen waren. Das Sortiment, die Regale von Achim, das Schaufenster, Wagnis und Aufbruch. Es hat Idstein gutgetan – und Deine Persönlichkeit.

Du und Deine kongeniale Partnerin Cornelia und die vielen anderen Frauen vom Laden, habt eine Kultur um Euch herum geschaffen, die ich nicht mehr vermissen möchte. Für Idstein seid Ihr eine wichtige Institution, und für umliegende weitere Gegenden auch, weil man ja Bücher bei Euch so leicht bestellen kann wie bei ….. (Das A-Wort vermeide ich jetzt) nur sinnvoller und förderlicher.

Die Aufarbeitung der Hexenprozesse und die Bewegtheit der von Euch erreichten Frauen ist immer noch gut und wichtig. Das war ein Teil Eurer Anfangsideen. Es spiegelt sich immer noch Eure persönliche Haltung wider in den Büchern die bei Euch „herumliegen“. Für mich seid Ihr der wichtigste Buchladen überhaupt.

Wenn uns bei der Frankfurter Buchmesse das Gastland interessiert, dann können wir einfach anrufen und es wird uns eine Reihe von Büchern zusammengestellt, die herz- und horizonterweiternd informiert.

Ich denke gerne noch an die vielen Buchvorstellungen und Autorinnenlesungen im Gerberhaus. Auch damit habt Ihr eine bestimmte Kultur in Idstein geprägt und erweitert.

Als Vielleser bin ich Euch herzlich verbunden, und Therese auch. Das wisst Ihr. Ganz besonders weiß ich zu schätzen, dass Ihr wisst, welche Bücher zu mir und Therese passen könnten. Das ist praktisch, wenn ich mal in den Laden komme und frage, was gibt’s denn so? Aber noch praktischer ist es, wenn Euch Freunde fragen, was sie uns schenken könnten. Da habt Ihr mit Euren Empfehlungen immer richtig gelegen. Eine tolle Einfühlung, die wunderbar ist.

Das Bild habe ich ausgesucht, weil es zum Hexenbuchladen passt. Eine Blühwiese mit ganz verschiedenen Blumen und Kräutern. Manche einfach schön, manche nahrhaft, manche medizinisch, manche stachelig. So soll es sein – auch in Zukunft. Ich mache weiter mit Euch, und wenn die Augen trüb werden dann kaufe ich eben Hörbücher.

Herzlich

Rüdiger

Autor:
Rüdiger Grölz
Bildnachweis:
Studio Grölz 2019

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